Die Deutschlandfahne und ihre Entstehung

 
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Die Deutsche Flagge als Fanartikel

Seit der WM 2006 bei uns ein topaktuelles Thema, denn fast jeder deutsche Fussballfan schmückt sich bei anstehenden internationalen Fußballturnieren spätestens seither mit der deutschen Flagge, egal ob im Garten, am Körper, am Auto oder auf dem Balkon.

Die deutsche Fussball-WM im Sommer 06, mit ihren zahlreichen schwarz-rot-goldenen Public Viewings und Sommerpartys in den deutschen Städten, gab Deutschland endlich wieder einmal die Gelegenheit sich als moderne, aufgeschlossene und vor allem überaus gastfreundliche Nation mit einem gesunden Nationalbewusstsein zu präsentieren, was uns den Titel "Weltmeister der Herzen" bescherte. Einstige Bedenken und Vorurteile gegenüber dem Schwenken der deutschen Flagge bei Fussballturnieren oder sonstigen Sportveranstaltungen waren völlig unbegründet, denn unsere drei Landesfarben stammen schließlich aus einer völlig anderen Zeit und haben mit der unrühmlichen Geschichte Deutschlands von 1933 bis 1945 und deren (seit Kriegsende in Deutschland verbotenen) Symbolik rein gar nichts zu tun.
Doch woher kommt dann die schwarz-rot-goldene Nationalflagge eigentlich?

Erstmals 1919 und dann wieder seit 1949 die Deutsche Nationalflagge: Schwarz-Rot-Gold

Mit dem folgenden Artikel möchten wir aufklären, woher die drei Farben unserer Landesflagge stammen, was sie eigentlich bedeuten und wie sie letztendlich zu unseren Nationalfarben wurden.


Schwarz Rot Gold - Wie entstand die Deutschlandflagge?

Die Farben der deutschen Flagge haben eine sehr alte Tradition. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurden Schwarz und Gold als kaiserliche Farben verwendet. Nationalfarben gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Laufe der Zeit wurde auf dem kaiserlich-goldenen Schild ein Adler in Schwarz dargestellt. Erstmals werden alle drei Farben während der Krönungs-zeremonie von Friedrich Barbarossa 1152 erwähnt. Es heißt, die Strecke vom Frankfurter Dom bis zum Römerplatz sei von einem schwarz-rot-goldenen Teppich ausgelegt worden, welcher später unter dem Volk verteilt wurde und vereinzelt als Flagge gehisst wurde.

Der erste belegbare Beweis stammt aus dem 14. Jahrhundert. Auf einem Bild, welches um 1300 entstanden ist, wird Kaiser Heinrich VI. gezeigt. Links oben befindet sich das kaiserlich-goldene Schild mit schwarzem Adler, dessen Fänge und Schnabel rot sind.

Der Schild ist ebenfalls rot umrandet. In Verbindung mit einem einheitlichen, deutschen Nationalstaat wurden die Farben aber erst im 19. Jahrhundert gebracht. Während der Napoleonischen Kriege trug das sehr beliebte Lützowsche Freikorps diese Farben. Nach dem Krieg wurden die Farben des Freikorps für die in Jena gegründete Urburschenschaft verwendet. Diese aus Studenten und ehemaligen Soldaten des Freikorps bestehende Organisation hatte die Vision von einem vereinten, deutschen Nationalstaat. Ihre Fahne war Schwarz-Rot-Gold mit einem goldenen Eichenlaub in der Mitte und roten Fransen um die Ränder der Flagge. 1817 wurde diese erstmals auf dem Wartburgfest präsentiert. Den Ursprung der Farben der Urburschenschaft wurde mit den Farben des Lützowschen Freikorps sowie anderer Landsmannschaften und den Farben des Ersten Deutschen Reiches erklärt, wobei - wie oben erwähnt - die ursprünglichen Farben Gold und Schwarz waren.
Kaiser Heinrich der VI

Schwarz, Rot und Gold waren Symbol für die Befreiung Deutschlands in dem Krieg gegen Napoleon gewesen. Sie wurden fortan für die Studentenschaften (Burschenschaften) das Symbol für ein freies, einheitliches Deutschland. In den folgenden Jahren bis 1848 verbreiteten sich die Farben als Zeichen für das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit immer mehr. Während des Hambacher Fests 1832 wurde die Fahne das erste Mal in der heute bekannten Reihenfolge der Farben gezeigt.

Durch die Unterdrückung der Freiheitsbewegungen wurde die Trikolore immer mehr zum Symbol für Demokratie, wie der Dichter Hoffmann von Fallersleben 1843 in seinem Gedicht "Deutsche Farbenlehre" schilderte. Die drei Farben standen für die Hoffnung eines vereinten Deutschlands. Mit Beginn der Märzrevolution 1848 wurden die drei Farben offiziell als Nationalfarben vom Deutschen Bund anerkannt. Das oberste Gremium des Deutschen Bundes bestand aus den jeweiligen Landesfürsten, die somit die schärfsten Gegner der Freiheitsbewegung waren.
Die Erklärung, Schwarz-Rot-Gold als Landesfarben zu wählen, sollte das revoltierende Volk vorerst beruhigen und entsprach keineswegs der Überzeugung der führenden Fürsten und Könige. Nach dem Scheitern der Revolution und der Demokra tiebewegung 1849 wurden die Nationalfarben teilweise sogar verboten. Für viele blieben sie jedoch weiterhin ein Zeichen der Hoffnung und der Demokratie.

Mit Gründung des 2. Deutschen Reiches unter dem Einfluss Preußens, bestimmte das Land auch die Farben der Nation. Schwarz-Weiß-Rot waren nun die Symbolfarben des Deutschen Reiches. Diese Symbolik entstand aus den Landesfarben von Preußen und der norddeutschen Hansestädte. Während dieser Zeit beanspruchten sowohl rechte als auch linke Parteien und Vereinigung das schwarz-rot-goldene Banner für ihre eigenen politischen Ziele. Die "Völkische Bewegung" zum Beispiel verband die Farben mit der germanischen Götterwelt.

Mit Gründung der Weimarer Republik 1919 wurde Schwarz-Rot-Gold schließlich zur Nationalflagge Deutschlands. Unter dem Nationalsozialismus wurde die Flagge wieder abgeschafft und durch das Hakenkreuz ersetzt. Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sind Schwarz-Rot-Gold die Farben beider deutschen Staaten und seit 1990 des vereinten Deutschlands.