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Informationsseite zum Thema Geschichte |
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Seit der WM 2006 bei uns
ein topaktuelles Thema, denn fast jeder deutsche
Fussballfan schmückt sich bei anstehenden internationalen
Fußballturnieren spätestens seither mit
der deutschen Flagge, egal ob im Garten, am Körper,
am Auto oder auf dem Balkon.
Die deutsche Fussball-WM im Sommer 06, mit ihren
zahlreichen schwarz-rot-goldenen Public Viewings
und Sommerpartys in den deutschen Städten,
gab Deutschland endlich wieder einmal die Gelegenheit
sich als moderne, aufgeschlossene und vor allem
überaus gastfreundliche Nation mit einem gesunden
Nationalbewusstsein zu präsentieren, was uns
den Titel "Weltmeister der Herzen" bescherte.
Einstige Bedenken und Vorurteile gegenüber
dem Schwenken der deutschen Flagge bei Fussballturnieren
oder sonstigen Sportveranstaltungen waren völlig
unbegründet, denn unsere drei Landesfarben
stammen schließlich aus einer völlig
anderen Zeit und haben mit der unrühmlichen
Geschichte Deutschlands von 1933 bis 1945 und deren
(seit Kriegsende in Deutschland verbotenen) Symbolik
rein gar nichts zu tun.
Doch woher kommt dann die schwarz-rot-goldene Nationalflagge
eigentlich?
Mit dem folgenden Artikel
möchten wir aufklären, woher die drei
Farben unserer Landesflagge stammen, was sie eigentlich
bedeuten und wie sie letztendlich zu unseren Nationalfarben
wurden.
Schwarz Rot
Gold - Wie entstand
die Deutschlandflagge?
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Die Farben der deutschen Flagge
haben eine sehr alte Tradition. Im Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation wurden Schwarz und Gold
als kaiserliche Farben verwendet. Nationalfarben
gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Laufe
der Zeit wurde auf dem kaiserlich-goldenen Schild
ein Adler in Schwarz dargestellt. Erstmals werden
alle drei Farben während der Krönungs-zeremonie
von Friedrich Barbarossa 1152 erwähnt. Es
heißt, die Strecke vom Frankfurter Dom bis
zum Römerplatz sei von einem schwarz-rot-goldenen
Teppich ausgelegt worden, welcher später
unter dem Volk verteilt wurde und vereinzelt als
Flagge gehisst wurde.
Der erste belegbare Beweis stammt aus dem 14.
Jahrhun- dert. Auf einem Bild, welches um 1300
entstanden ist, wird Kaiser Heinrich VI. gezeigt.
Links oben befindet sich das kaiserlich-goldene
Schild mit schwarzem Adler, dessen Fänge
und Schnabel rot sind.
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Der
Schild ist ebenfalls rot umrandet. In
Verbindung mit einem einheit- lichen,
deutschen Nationalstaat wurden die Farben
aber erst im 19. Jahrhundert gebracht.
Während der Napoleonischen Kriege
trug das sehr beliebte Lützowsche
Freikorps diese Farben.
Nach dem Krieg wurden die Farben des Freikorps
für die in Jena gegründete Urburschenschaft
verwendet. Diese
aus Studenten und ehemaligen Soldaten
des Freikorps bestehende Organisation
hatte die Vision von einem vereinten,
deutschen Nationalstaat. Ihre Fahne war
Schwarz-Rot-Gold mit einem goldenen Eichenlaub
in der Mitte und roten Fransen um die
Ränder der Flagge. 1817 wurde diese
erstmals auf dem Wartburgfest präsentiert.
Den Ursprung der Farben der Urburschenschaft
wurde mit den Farben des Lützowschen
Freikorps sowie anderer Landsmannschaften
und den Farben des Ersten Deutschen Reiches
erklärt, wobei - wie oben erwähnt
- die ursprünglichen Farben Gold
und Schwarz waren. |
Schwarz, Rot und Gold waren Symbol für die
Befreiung Deutschlands in dem Krieg gegen Napoleon
gewesen. Sie wurden fortan für die Studentenschaften
(Burschenschaften) das Symbol für ein freies,
einheitliches Deutschland. In den folgenden Jahren
bis 1848 verbreiteten sich die Farben als Zeichen
für das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten
und deutscher Einheit immer mehr. Während
des Hambacher Fests 1832 wurde die Fahne das erste
Mal in der heute bekannten Reihenfolge der Farben
gezeigt.
Durch die Unterdrückung der Freiheitsbewegungen
wurde die Trikolore immer mehr zum Symbol für
Demokratie, wie der Dichter Hoffmann von Fallersleben
1843 in seinem Gedicht "Deutsche Farbenlehre"
schilderte. Die drei Farben standen für die
Hoffnung eines vereinten Deutschlands. Mit Beginn
der Märzrevolution 1848 wurden die drei Farben
offiziell als Nationalfarben vom Deutschen Bund
anerkannt. Das oberste Gremium des Deutschen Bundes
bestand aus den jeweiligen Landesfürsten,
die somit die schärfsten Gegner der Freiheitsbewegung
waren.
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Die Erklärung, Schwarz-Rot-Gold als Landesfarben zu
wählen, sollte das revoltierende Volk vorerst beruhigen
und entsprach keineswegs der Überzeugung der führenden
Fürsten und Könige. Nach dem Scheitern der Revolution
und der Demokratiebewegung 1849 wurden die Nationalfarben
teilweise sogar verboten. Für viele blieben sie jedoch
weiterhin ein Zeichen der Hoffnung und der Demokratie.
Mit Gründung des
2. Deutschen Reiches unter dem Einfluss Preußens,
bestimmte das Land auch die Farben der Nation. Schwarz-Weiß-Rot
waren nun die Symbolfarben des Deutschen Reiches. Diese
Symbolik entstand aus den Landesfarben von Preußen
und der norddeutschen Hansestädte. Während dieser
Zeit beanspruchten sowohl rechte als auch linke Parteien
und Vereinigung das schwarz-rot-goldene Banner für
ihre eigenen politischen Ziele. Die "Völkische
Bewegung" zum Beispiel verband die Farben mit der germanischen
Götterwelt.
Mit Gründung der Weimarer Republik 1919 wurde Schwarz-Rot-Gold
schließlich zur Nationalflagge Deutschlands. Unter
dem Natio- nalsozialismus wurde die Flagge wieder abgeschafft
und durch das Hakenkreuz ersetzt. Mit Gründung der
Bundesrepublik Deutschland und der DDR sind Schwarz-Rot-Gold
die Farben beider deutschen Staaten und seit 1990 des
vereinten Deutschlands.
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