Das Kartenlegen wird im allgemeinen zur Wahrsagerei
gezählt, sofern sich der Prozess damit beschäftigt,
Menschen die Zukunft (z.B. über Liebe, Beruf, finanzielle
Lage etc.) vorherzusagen. Die Kartenlegekunst (auch
Kartomantie genannt) ist sehr breit gefächert und
wird sowohl von vielen Wahrsagern als auch Astrologen
als Teilbereich oder als schwerpunktmäßig
angeboten.
In den letzten Jahren häufen sich diverse Esoterik-
und Astrologie- Fernsehsendungen und zudem gibt es auch
vermehrt diverse Telefon-Hotline-Kartenleger/innen,
die Live-Beratung gegen eine Telefon- gebühr anbieten.
Ergänzend wurde das Internet als wirksames Medium
für diesen Markt entdeckt. Im Zuge der
Astrologie
und Esoterik-Welle in den späten Neunzigern des
vorangegangenen Jahrhunderts fing die Branche regelrecht
an zu boomen und stellt inzwischen einen nicht zu unterschätzenden
Markt dar. Ein/e Kar-tenleger/in soll angeblich die
Fähigkeit besitzen, anhand von bestimmten Spielkarten,
die beim Legen nach gewissen Mustern aufgedeckt werden,
bestimmte vorangegangene oder in der Zukunft eintreffende
Ereignisse oder Begebenheiten vorherzusagen oder gewisse
Aussagen über nahestehende Menschen oder ans Herz
gewachsene Tiere zu treffen. Die Aussagen kommen im
Idealfall ohne jegliches Vorwissen oder sonstige bekannte
Fakten über den oder die Sitzungsteilnehmer zustande.
Bei der Kartenlegekunst sind verschiedene Arten von
Spielkartenarten gebräuchlich: Am häufigsten
werden jedoch Tarotkarten verwendet. Zudem kommen auch
Mond-Orakelkarten, Skatblätter, Zigeunerkarten,
Kipperkarten und einige andere Kartenspielsysteme zum
Einsatz. Bei einer "Sitzung" werden die Karten
in der Regel zuerst gut gemischt und danach nach bestimmten
Anordungen und Symbolen auf dem Tisch oder einer sonstigen
Fläche ausgebreitet. Die Anordnungen und gewisse
Symbole definieren bestimmte Themen, wie z.B. Situationen,
Glaube, Liebe, Hoffnung, Zukunft oder Tod. Üblicherweise
macht ein/e Kartenleger/in keine Aussagen über
gesundheitliche Fragen oder über einen zu erwartenden
Todeszeitpunkt. Dies könnte bei labilen Menschen
zu ernsthaften Psychosen oder Angstzuständen führen.