Der Mensch gibt im Leben viel Geld für unnütze
Dinge aus, während er beim Schlaf- bzw. Liegekomfort
oftmals sparen will und sich mit den billigsten Angeboten
an Betten, Lattenrosten und Matratzen begnügt. Und
das obwohl er ein Drittel seines Lebens im Bett verbringt.
Eigentlich unverständlich oder?
Entstehungsgeschichte des Wasserbetts:
Wasserbetten werden bereits seit den 60er Jahren des 20.
Jahrhunderts in Serie hergestellt und haben gerade in den
letzten Jahren bei uns eine stetig wachsende Bedeutung erlangt.
Als Ursprung des modernen Wasserbettes wurde 1851 vom britischen
Mediziner Dr. William Hopper eine spezielle Wasser- matratze
entwickelt, die als Hilfe zur Behandlung verschiedener medizinischer
Leiden gedacht war. Positive Auswirkungen der Wassermatratze
wurden vor allem bei Gelenkschmerzen, Rückenproblemen
sowie bei bettlägerischen Patienten beobachtet, denen
durch die neuartige Matratze das Wundliegen erspart blieb.
Darüber hinaus diente die Wassermatratze auch zur Therapie
von Brandverletzungen und der Behandlung von Frühgeburten.
Im Gegensatz zur
Federkernmatratze
& Kaltschaummatratze liegt der Körper im
Wasserbett
immer mit der größtmöglichen Fläche
auf der Matratze, so dass Druck- punkte auf gewisse Körperstellen
oder gar Blutstauungen nahezu ausgeschlossen werden. Muskelkrämpfe
oder das Einschlafen von Gliedmaßen sind beim Liegen
im Wasserbett ebenfalls so gut wie ausgeschlossen. Die Zeit
bis zum Einschlafen wird oft deutlich verkürzt und
die Bandscheiben werden positiv versorgt.
Für Schwangere bieten Wasserbetten ebenfalls deutliche
Vorteile. Sie können sogar noch bis weniger Tage vor
der Geburt auf dem Bauch liegen. Laut Schätzungen schlafen
heute bereits 5 bis 8 Prozent aller Deutschen in einem Wasserbett,
in einigen anderen europäischen Ländern, zum Beispiel
in Skandinavien, sind es noch bedeutend mehr.
Beschaffenheit: Die
Matratzen moderner Wasserbetten haben extra dehnfähige
Ober- flächen und passen sich dadurch ständig
der Körperform des Menschen an.
Reinigung & Pflege:
Die Matratzenoberfläche eines Wasserbettes sollte ungefähr
alle drei Monate gereinigt werden. Die Auflagen sind waschbar.
Dadurch ist ein hoher Hygiene- standard gewährleistet.
Unter der Matratze befindet sich ein spezielles Heizelement.
Dieses sorgt für eine gleichbleibende Temperatur des
im Bett enthaltenen Wassers. Die Wasser- temperatur liegt
im Idealfall bei ca. 28 Grad Celsius, was in etwa der Oberflächentemperatur
der menschlichen Haut entspricht. Diese Wärme wird
beim Liegen als sehr entspannend empfunden. Je nach persönlicher
Empfindung kann man die Temperatur im Winter ein halbes
bis ganzes Grad erhöhen. Einmal pro Jahr muss ein Zusatzmittel
in die Matratze gefüllt werden, welche ein Umkippen
bzw. Faulen des Wassers verhindert.
Positive Effekte auf die Gesundheit:
Wasserbetten bringen ein Gefühl von Wellness in die
eigenen vier Wände und können sich vor allem bei
Gelenkproblemen und Rückenschmerzen sowie Asthma oder
Allergien positiv auf die Gesundheit auswirken. Rheumatische
Beschwerden oder Arthritis werden durch das Liegen auf der
beheizten Wassermatratze nicht selten deutlich gelindert.
Durch die vollständige Unterstützung der Wirbelsäule
ist auch eine deutliche Linderung von Rückenschmerzen
möglich
Personen, die unter einer Hausstauballergie oder Asthma
leiden, können von den waschbaren Auflagen auf
den Matratzen profitieren. Eine perfektionierte Hygiene
ist hier gewährleistet, da sich die Hausstaubmilben
nicht in der Matratze festsetzen können.
Unterschiedliche Typen:
Unterschieden werden Softside- und Hardside- sowie
Solo- und Dual- Wasserbetten.
Bei den Softside-Wasserbetten besteht der äußere
Rahmen nur aus Schaumstoff. Dieser ist zweigeteilt.
Der untere Teil des Schaumstoff- rahmens wird befestigt
und der obere Teil kann sich frei bewegen. Hardside-Wasserbetten
weisen einen starken Rahmen aus Holz oder Aluminium
auf, welcher auf einem Untergestell aus einer Bodenplatte
und Gewichtsverteilern besteht. Außerdem ist
zwischen der Matratze und dem Rahmen eine Sicherheitsfolie
angebracht. |
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Solo-Wasserbetten eignen sich, wie der Name schon sagt, für
Einzelpersonen und Singles während Dual-Wasserbetten
für Paare vorgesehen sind. Bei den Dual-Wasserbetten
unterscheidet man zwischen Modellen, die aus nur einer großen
Matratze oder aus zwei getrennten und getrennt beheizten Matratzen
bestehen. So kann sich jeder der beiden Partner sein Bett
und Wunschtemperatur individuell einstellen.
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Gibt es Nachteile?
Neben den unzähligen Vorteilen, die Wasserbetten
(vor allem für die Gesundheit) mit sich bringen,
gibt es nur wenige Nachteile. Da ist zuerst der zusätzlich
anfallende Stromverbrauch für die Heizung zu
erwähnen, der nicht ganz unerheblich ist und
bei einem Doppelwasserbett ca. 50 EUR pro Jahr ausmacht.
Preise und laufende Kosten:
Ein gutes Wasserbett ist nicht unter 1000,-
EUR zu haben. Hinzu kommen etwaige Kosten für
den individuell wählbaren Unterbau sowie Bettüberzüge,
Textilauflagen, Pflegemittel und sonstiges Zubehör.
Die Kosten für das Pflegemittel liegen bei etwa
15 bis 20,- EUR pro Jahr (bei 350 Liter Wasser). Noch
ein Nachteil ergibt sich durch die geringere Flexibilität,
beim Umzug eines Wasserbetts, da es schwerer und größer
als ein gewöhnliches Bett ist und das Wasser
vor einem Umzug mit einer speziellen Pumpe abgepumpt
werden muss. Diese speziellen
Absaugpumpen kann man sich in jedem guten Wasserbettengeschäft
gegen Gebühr ausleihen.
Materialqualität:
Seit etwa 10 Jahren ist die Technik der Hersteller
voll ausgereift und die Wasserbettenmatratzen bestehen
aus den widerstandsfähigsten Materialien. Die
Matratzen werden in modernsten Verfahren hergestellt
und sind dank der heutigen Schweißtechnik sehr
robust. Dennoch sollte man beim Kauf unbedingt auf
eine sehr gute Qualität achten und nicht zu Dumping-Angeboten
ohne jegliche Händlernetze und Serviceleistungen
greifen, denn Risiken für größere
Schäden durch ein Wasserbett bestehen vor allem
dann nicht, wenn hochwertige Materialien zum Einsatz
kommen. Dann sind auch keine speziellen Versicherungen
für das Bett erforderlich. |
Wasserbett, am besten wo kaufen?
Schon alleine aus Servicegründen empfiehlt sich der
Kauf bei einem regional- oder ortsansässigen Wasserbetten-Studio
oder Fachhändler, der sowohl Transport und Erstinstallation
als auch einen Reparatur- und Abpump-Service mit anbieten
kann. Was mache ich mit meinem alten Bett? Falls Sie es
nicht weiterverkaufen wollen; eine Verschrottungsprämie
gibt es für alte Betten zwar leider noch nicht, aber
oftmals helfen Ihnen diese Fachhändler bei der fachgerechten
Entsorgung des alten Bettes. Holzbetten und Lattenroste
werden aber auch vom Sperrgutdienst abgeholt, was auf jeden
Fall kostengünstiger ist.
Weichmacher im Matratzenmaterial?
Achten Sie beim Kauf auch darauf, dass bei der Matratzenherstellung
schadstofffreie Vinyle eingesetzt worden sind, die keine
giftigen Weichmacher enthalten. Hier lohnt sich der Griff
zu deutschen Produkten, die entsprechende Prüfsiegel
(TÜV etc.) für schadstoffreie und lebensmittelechte
Kunststoffe aufweisen. Schon alleine aus diesem Grund sind
Billigstangebote (Ebay, China etc.) zu vermeiden, bei denen
es keinerlei Materialnachweise gibt.
Tipps: Da jeder Mensch
bezüglich Schlaf subjektive und individuelle Bedürfnisse
hat, kann man nicht pauschal vorhersagen, ob jemand sich
in einem Wasserbett wohler fühlt oder nicht. Liegen
Sie auf jeden Fall vorher Probe und versuchen Sie es ggfs.
mit verschiedenen Einstellungen des Beruhigungsgrades, falls
die Matratze Ihnen zu viel oder zu wenig nachfedert resp.
zu weich oder hart erscheint. Manche Wasserbettenstudios
bieten sogar einen Service mit an, bei dem Sie das Wasserbett
zwei Wochen zu Hause testen können. Das Wasserbett
wird Ihnen dann gebracht und sowohl auf- als auch wieder
abgebaut.
Fazit: Wasserbett -
Ja oder Nein? Diese Frage muss nun jeder für sich selber
entscheiden. Sofern man sich gerne daran gewöhnt und
darin wohlfühlt - und unter dem Aspekt, dass Wasserbetten
im allgemeinen um einiges langlebiger und zudem auch hygienischer
sind, als ein konventionelle Betten - ist die Investition
grundsätzlich empfehlenswert. Wenn man die Preise für
gute konventionelle Betten, Matratzen und Lattenroste betrachtet,
so wird einem auch hier klar, dass es nach oben keine Grenzen
gibt. Vor allem, wenn es etwas hochwertiges sein soll. Wenn
man sich dazu noch vor Augen führt, dass eine normale
Matratze aus hygienischen Gründen alle fünf bis
acht Jahre ausgetauscht werden soll und auch der beste Lattenrost
mechanisch anfälliger ist als ein solides Wasserbettenkonstrukt,
kann ein Wasserbett nach 5 bis 10 Jahren Nutzung sogar günstiger
sein. Außerdem, warum sollte man unbedingt bei einer
der wichtigsten Dinge im Lebenen - dem Schlaf - sparen wollen?