Das Penguin Update – Googles Selbstmord?

Während sich die meisten Webmaster über das neu eingespielte Penguin (deutsch: Pinguin) Update ärgern und eilig nach Lösungen suchen, gehe ich noch etwas weiter und behaupte – mit diesem Kleinhirn-Update hat sich Google das eigenbe Grab geschaufelt – und das von Millionen Webmastern gleich mit. Deshalb nenne ich es Suizid-Update. Man schießt mal wieder mit Kanonen auf SEO-Spatzen und belohnt Spamseiten ohne SEO-Keywordlink-Strukturen, aber mit geklauten oder automatisch generierten Schrottinhalten (Serp-Level Stand 1999). Ich wette, dass hier gewaltigst zurückgerudert und korrigiert wird, denn das was hier als Serps präsentriert wird, ist sowas von spambehaftet und qualitätsfrei, dass ich sogar selber lieber mit Bing suche. Auch wenn ich mich in Bekanntkreisen umhöre, es steigt die Zahl derer, die auf Bing umsteigen oder bereits umgestiegen sind. Stellt sich die berechtigte Frage: “Was ist Google eigentlich wichtiger SEO abzustrafen oder gescheite Ergebnisse zu liefern?!”

Man will Spam bekämpfen, indem man qualitativ hochwertige Seiten (die nach Vorgaben Googles gebaut wurden) wegen unnatürlicher Linkstrukturen abstraft, während man gleichzeitig Branchen-Spam-Seiten und Contentdiebe nach vorne befördert.

Was will Google jetzt eigentlich von uns?
- das was ich in meinem seo-Book (siehe seo-werden.de) bereits vor 1 Jahr geschrieben habe –> natürlichere Backlinkstrukturen
- nicht mehr als 5-10 % (vermutlich themenabhängig) Keyword-Links
- ein gewisser Prozentsatz Nofollow schadet auch nicht
- der größte Teil einer natürlich entstandenen Linkstruktur besteht logischerweise aus gemischten URL-Links (also http//:www.url.de / www.url.de / http//:url.de / url.de)
- ein gewisser Anteil Social Bookmarks, fb-Likes, G-Plus bekräftigt bei größeren Projekten die Natürlichkeit.
- kleinere Sites mit 5-10 Backlinks werden ignoriert bzw. nicht bestraft (ich nenne es Kiddie-Bonus)

Nachdem man mit Umsetzungsmaßnahmen und Änderungen immer noch versucht, dem Panda von 2011 gerecht zu werden, bekommt man schon die nächste Keule.
Man hinkt Google und seinem eigenen Niveau hinterher (früher hinkte Google uns hinterher). So schnell kann ein einzelner Webmaster unmöglich seine Projekte anpassen, wie die uns wirre Updates (mit schlechteren Serps als je zuvor) einspielen. Jetzt hat man die Onpage-Quali googlekonform sichergestellt, worauf man ja laut Google dann auch einen Sprung nach oben machen müsste, und nun ist das alles nix mehr wert und es geht weiter bergab. Google schaufelt sich in ihrem SEO-Verhinderungs-Paranoia das eigene Grab, denn die meisten Seo-behafteten Sites sind inzwischen sehr sehr hochwertig und scheitern trotzdem an neuen Ideen dieser selbsternannten “Weltverbesserer”. Davon profitieren in erster Linie mal Müllseiten so wie man sieht. Das merken auch die Nutzer und die werden über kurz oder lang auf eine andere Suchmaschine umsteigen. Ergo: Google ist serptechnisch somit um einiges schlechter aufgestellt als beipielsweise Bing und wird somit zwangsläufig viele User verlieren.

Aussagen wie “es betrift nur 3 % der Serps” sind meineserachtens eine Lüge. Bei mir hat es 80 % aller Projekte erwischt, obwohl ich noch nie gespammt habe. Manche Projekte in der Sichtbarkeit um über 80 %, andere gar um 99% gefallen (also mausetot). Ich wünsche Google, dass sie mit untergehen und werde jedem die Suche über Bing empfehlen und dies auch in öffentlich zugänglichen Social-Madia Portalen tun. Wenn wir das alle täten, dann brauchen wir Google bald überhaupt nicht mehr.

3 Responses to “Das Penguin Update – Googles Selbstmord?”


  1. Ben

    Google ruiniert die kleinen Webshops. Von durchschnittlich 80-100 Besuchern täglich bleiben mir nach dem Update 5-10. An Aufträge ist dabei nicht mehr zu denken. Die großen Branchenhaie sind komischerweise fast unverändert unter den ersten Plätzen geblieben. Ich habe den Verdacht dass die Seiten die zusätlich Ad-Words buchen kaum betroffen sind. Sowas kann man sich als keiner Onlineshop leider nicht leisten. Ich melde auf jeden Fall alle Google-Konten, Analytics und den ganzen Kram ab. Um die Google-Suche mache ich ab sofort auch einen grossen Bogen.
    Alles in allem ist mein Fazit wie folgt.
    Die Google-Suchergebnisse funktionieren ungefähr so gut (oder schlecht) wie die das Google-Übersetzungstool.
    Im Grunde genommen gleichen die Sucherergebnisse seit dem Update der “Ziehung der Lottozahlen”.

  2. Seb

    Das ist eine sehr interessante Theorie. Vielleicht suchen dann tatsächlich deutlich mehr User über Bing und/oder weichen auf andere Quellen aus. Da fragt man sich, welche SEO-Maßnahmen überhaupt noch relevant sind…

  3. Flo

    Ich habe auch das Gefühl, dass Google damit nur erreichen möchte, dass wieder mehr Leute Adwords nutzen. Zumindest in meinem Adsense Account habe ich das Gefühl, dass die Klickpreise ziemlich zurückgegangen sind. Wahrscheinlich möchten Sie hier einfach wieder mehr Wettbewerb (Umsatz).

    Ich würde sofort von Google weggehen und andere Suchmaschinen benutzen, wenn es nur eine gäbe, die im deutschsprachigen Raum sinnvolle Ergebnisse ausspuckt. Bing finde ich da einfach furchtbar, da findet man nie das, was man sucht. Das ist einfach der Pluspunkt für Google.
    Und deswegen werden die ganzen Probleme auch immer weiter gehen, bis sich mal ein echter Konkurrent für Google findet.